...ein paar Zeilen über Handmade und deren Preise

Handmade, handgefertigt, handgemacht, Unikat, einzigartig, aussergewöhnlich,...; immer wieder bekommen wir diese Wörter zu lesen, vor allem in den sozialen Netzwerken boomt es geradezu von „handgemachten“ Produkten. Ich finde das toll - es ist schön zu sehen, wieviel Mühe sich die Menschen machen, etwas selber zu gestalten, zu präsentieren, Ideen zu sammeln und Erfahrungen auszutauschen...

Aber warum schauen viele weg, wenn sie diese wertvollen Wörter lesen? Warum erreichen handgefertigte Artikel die Menschen weniger, als Produkte, welche zum Teil unter sehr traurigen Umständen in der Industrie hergestellt werden?
Vielleicht weil man denkt, dass etwas Selbstgemachtes weniger gut sein könnte, als etwas, was von industriellen Maschinen hergestellt wird? Vertrauen wir den Maschinen heute mehr als den Menschen? Oder vielleicht, weil man meint, dass etwas Selbstgemachtes weniger Wert haben könnte, da es meistens nur sehr wenige Exemplare gibt, also wenig = nicht bekannt = nicht IN? Oder vielleicht weil es ganz einfach zu „teuer“ ist?
„Teuer“, ich mag dieses Wort nicht, es klingt immer so abschreckend. Nennen wir es kostspielig oder wertvoll...

 Wie auch immer, ihr seht, Fragen über Fragen...

Aber was heisst den eigentlich genau „handmade“?
Und da haben wir auch schon die Antwort. Zur Herstellung solcher Produkte benötigen wir unser wertvollstes, schönstes und treustes Arbeitsmittel: Unsere eigenen Hände! Klar, auch hier geht’s meistens nicht ohne Maschinen, aber auch diese Maschinen können meistens nur mit Hilfe unserer Hände gesteuert werden.
Ausserdem steckt hinter dem Wort „handmade“ noch viel mehr als nur „die Hand“. In vielen handgemachten Artikeln steckt Persönlichkeit, Persönlichkeit von dem Menschen, der seine Liebe, seine Leidenschaft, seine Zeit, sein Talent, seine Ideen und noch viel mehr in ein Produkt investiert.

Bei der Herstellung eines Artikels denkt man nach. Man denkt natürlich wie der Artikel aussehen soll und konzentriert sich darauf. Aber man denkt auch daran, wie das Produkt an dem Menschen, der es tragen bzw. erhalten wird, ausschauen könnte. Dank den heutigen Kommunikationsmitteln kann man sich häufig, nicht immer, aber doch oftmals ein kleines Bild machen, wie der Mensch sein könnte. Anhand der gestellten Fragen und den erhaltenen Antworten bei der Bestellung gelingt das meistens ganz gut. Und dann macht man sich an die Arbeit. Wenn ich z.B. ein Plüschtier herstelle, denke ich an ein Kind, das einen kleinen Freund braucht. Zum Knuddeln und lieb haben, aber auch zum Trösten. Liebe und Trost, das sind also hier meine Wörter. Anhand dieser Wörter entsteht ein Unikat für einen ganz besonderen kleinen Menschen. Es ist nicht irgend ein Plüschtierchen, welches wir von Hunderten im Geschäft aussuchen. Nein, es ist DAS Knuddeltierchen, DER Freund für ein ganz besonderes Kind. Sein persönlicher Freund und Begleiter! 
Das ist nur ein kleines Beispiel von mir. Aber ich denke, das geht allen so, die etwas selber herstellen, oder?

Kommen wir nun zum "materiellen" Preis...
Warum kosten denn diese handgemachten Produkte so viel mehr als die Artikel, wie wir sie im Laden kennen? 

Die Preise beinhalten unter anderem:

  •  Hilfsmittel, dazu gehören alle Werkzeuge, die für die Herstellung benötigt werden (Nähmaschinen, Scheren, Nadeln, Bügeleisen, Modellpuppen, Schneiderbüsten, Fotoapparat und entsprechende Beleuchtung, PC, Drucker, Papier, etc.)
  • Material  (Stoffe, Faden, Knöpfe, Einlagen, Etiketten, Verschlüsse, Füllmaterial, etc.)
  • Andere Nebenkosten (Strom, Schnittmusterkauf, Lizenzen, etc.)
  • Büroarbeiten (Rechnungen schreiben, Buchhaltung, etc.)
  • Vermarktung (Website, Markenschutz, etc.)
  • und natürlich auch die Arbeitszeit, denn wer arbeitet schon gerne umsonst. Wir gehen ja auch nicht z.B. zum Bäcker und sagen: "Ach, mal das Brot günstiger, die Angestellten können ja umsonst arbeiten und du kannst mit den gesparten Salären deine Ware den Kunden zum halben Preis anbieten. Oder? So würde ja ziemlich schnell die ganz Wirtschaft den Bach runter gehen...
    Meine Arbeit beinhaltet Beratung, Vorbereitung der Schnittmuster, Stoffauswahl, Materialeinkauf, Beantwortung der Kundenfragen, Personalisierungswünsche, Rechnungsstellung, Herstellung des Artikels (teils von Hand, teils mit der Nähmaschine), Fotografieren, Fotos bearbeiten, Präsentieren, Verpacken der Ware und der Weg zur Post... da vergehen schnell einmal ein paar Stunden oder Tage.

Mir persönlich ist es ausserdem sehr wichtig, nur mit Qualitäts-Stoffen und -Materialien, welche auf Schadstoffe gemäss Oeko-Tex® Standard 100 geprüft wurden, zu arbeiten. Ganz besonders bei Plüschtieren, welche oft in den Mund genommen werden, finde ich diesen Punkt oberste Priorität - unseren Kindern zuliebe!
Und wenn immer möglich, beziehe ich alle nötigen Materialien in der Schweiz.

Das alles hat eben manchmal seinen„kostspieligeren“ Preis. Kostspielig für etwas Kostbares. Für Menschen, die etwas Aussergewöhnliches suchen, spielt der Preis erst mal nur zweitrangig eine Rolle. Ich schätze es sehr, wenn die Leute meine Arbeiten schätzen. Und dies versuche ich in meinen Produkten wieder zu geben. Jeden Artikel bearbeite ich mit Respekt dir gegenüber und mit einer gewissen und bestmöglichen Perfektion. Ist ein Artikel in meinen Augen nicht gut genug, dann ärgere ich mich natürlich erst einmal, beginne aber dann wieder von Neuem. Waren, von denen ich nicht selbst 100%ig überzeugt bin, bleiben bei mir. Oftmals sitze ich an einem einzigen Artikel unzählige Stunden, denn er soll möglichst perfekt sein. Er soll sein Geld wert sein...

Bei MegiTrends zählt nicht die Quantität, sondern die Qualität. Für dich und dein/e Kind/er. 

Julia